Gedenkfeier auf Soldatenfriedhof in Kamianka
„Wie viele Straßen auf dieser Welt sind Straßen voll Tränen und Leid?“ Der Folksong „Die Antwort weiß allein der Wind“ von Bob Dylan, den die Jugendlichen auf dem Soldatenfriedhof in Kamianka gesungen haben, hat der deutsch-polnischen Gedenkfeier mehr als einen musikalischen Rahmen gegeben.
Es erinnerte an das unfassbare Leid der dort bei den Kämpfen um den Narew-Übergang im August 1915 weit über 10 000 gefallenen deutschen, russischen und polnischen Soldaten und die Unmenschlichkeit des Krieges. „Es ist wichtig, das Gedenken an solch dunkle Stationen unserer gemeinsamen Geschichte für die nachfolgenden Generationen wachzuhalten“, sagte Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling. Denn es gebe immer weniger Zeitzeugen, die von den beiden Kriegskatastrophen des vergangenen Jahrhunderts berichten und vor der Wiederholung warnen könnten. Bohling stand an der Spitze einer zehnköpfigen Delegation der Stadt Meppen und des Partnerschaftskomitees, die zur Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof am vergangenen Donnerstag für drei Tage nach Ostroleka reiste und sich im Dorf Kamianka aufhielt.
Gedenkfeier in Ostroleka (Foto: Anna Solbach)
Zu der Delegation gehörten die Vorsitzende des Stadtrates Lucia Reinert, Erster Stadtrat Bernhard Ostermann, zweiter stellvertretender Bürgermeister Gerhard Gels, der auch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vertrat, sowie Heinz Cloppenburg, Arno Fillies, Bernhard Kaiser und Alfred Korfhage vom Partnerschaftskomitee mit ihrem Vorsitzenden und Altbürgermeister Heinz Jansen. Die Delegation wurde von sieben Vertretern der Reservistenkameradschaft Meppen unter Leitung des Hauptmanns der Reserve Karl-Ludwig Bode begleitet. Mit der Gedenkfeier ging für die ehemaligen Bundeswehrsoldaten der erste Kriegsgräberpflegeeinsatz in der Partnerstadt Ostroleka zu Ende.
Auf dem Soldatenfriedhof in Kamianka arbeiteten Deutsche und Polen gemeinsam. „Nach den Ereignissen der Vergangenheit ist es an der Zeit, die Verständigung der Menschen in Frieden und Freiheit zu vollziehen“, erläuterte Bode die Grundlage des eine Woche dauernden Einsatzes in der Partnerstadt. Da nach der ersten Erkundung im April 2010 eine Aufarbeitung der Gesamtfläche als undurchführbar eingeschätzt wurde, haben die Reservisten in Absprache mit Heinz Jansen vom Partnerschaftskomitee und der Stadt Ostroleka ein neuartiges Konzept entwickelt. So wurde im dichten Wald am Narew-Ufer eine symbolische Grabstelle errichtet und dort ein 5,50 Meter hohes Kreuz, aufgestellt.
Das Kreuz ist ein Geschenk von Jozef Galanek aus Kamianka. Der Unternehmer hat vor einigen Jahren den in Vergessenheit geratenen Soldatenfriedhof zufällig entdeckt. Vor fünf Jahren, bei einem Besuch seines Freundes Arno Fillies aus Meppen, der Mitglied im Partnerschaftskomitee ist, hat er ihm den mit Kiefern dicht bewachsenen Friedhof gezeigt. „Das war ein bedeutender Spaziergang“, berichtete Galanek in einem Interview für das Fernsehen TV-Ostroleka. Federführend bei der Vorbereitung des Pflegeeinsatzes war der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Jansen, der in Polen alle Verhandlungen geführt hatte.
Der Stadtpräsident von Ostroleka Janusz Kotowski war sofort von seiner Idee begeistert und hielt sie für wichtig in der heutigen Zeit. Darauf wies er auch in seiner Rede bei der Einweihung der Gedenkstätte hin. „Das ist ein Standort, der lange gewartet hat und jetzt in neuem Licht erstrahlt“, sagte er. Das Kreuz wurde vom katholischen Pfarrer Witold Kaminski eingesegnet. Danach hielt der elfjährige Sohn des Präsidenten und Pfadfinder Krzys Kotowski einen etwas anderen historischen Vortrag. Er erinnerte mit eigenen Worten daran, dass die Kampfhandlungen, die in Juli/August 1915 an Narew und Bobr stattfanden, nicht als eine einzelne Schlacht, sondern als Verkettung verschiedener Kämpfe zu begreifen sind. Der kleine Junge warnte vor Krieg und Zerstörung. Bewegend waren auch die Liedertexte der Gesanggruppe vom Kulturzentrum der Stadt Ostroleka.
Die gemeinsame errichtete Gedenkstätte ist in der Partnerstadt auf großes Interesse der Medien gestoßen. An der Feier nahmen polnische Soldaten, die Feuerwehr und die Polizei teil. Die Pflege des Soldatenfriedhofs wollen die Pfadfinder aus Ostroleka übernehmen. „So verstehen wir den Patriotismus“, erläuterten die jungen Menschen auf unsere Anfrage nach ihren Beweggründen. Bürgermeister Bohling hat zusammen mit der Delegation aus Meppen und dem Präsidenten der Stadt Ostroleka Kotowski zwei Eichen aus Meppen eingepflanzt: die Erste vor einer Gedenkstätte im Stadtzentrum und die zweite neben dem Kreuz auf dem Grabfeld. „Wir hoffen, dass mit der Erstellung dieser Gedenkstelle ein kleines Beispiel für ein zukünftiges Miteinander geschaffen worden ist“, resümierte Bode.
Gedenkfeier in Ostroleka (Foto: Anna Solbach)
Zu der Delegation gehörten die Vorsitzende des Stadtrates Lucia Reinert, Erster Stadtrat Bernhard Ostermann, zweiter stellvertretender Bürgermeister Gerhard Gels, der auch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vertrat, sowie Heinz Cloppenburg, Arno Fillies, Bernhard Kaiser und Alfred Korfhage vom Partnerschaftskomitee mit ihrem Vorsitzenden und Altbürgermeister Heinz Jansen. Die Delegation wurde von sieben Vertretern der Reservistenkameradschaft Meppen unter Leitung des Hauptmanns der Reserve Karl-Ludwig Bode begleitet. Mit der Gedenkfeier ging für die ehemaligen Bundeswehrsoldaten der erste Kriegsgräberpflegeeinsatz in der Partnerstadt Ostroleka zu Ende.
Auf dem Soldatenfriedhof in Kamianka arbeiteten Deutsche und Polen gemeinsam. „Nach den Ereignissen der Vergangenheit ist es an der Zeit, die Verständigung der Menschen in Frieden und Freiheit zu vollziehen“, erläuterte Bode die Grundlage des eine Woche dauernden Einsatzes in der Partnerstadt. Da nach der ersten Erkundung im April 2010 eine Aufarbeitung der Gesamtfläche als undurchführbar eingeschätzt wurde, haben die Reservisten in Absprache mit Heinz Jansen vom Partnerschaftskomitee und der Stadt Ostroleka ein neuartiges Konzept entwickelt. So wurde im dichten Wald am Narew-Ufer eine symbolische Grabstelle errichtet und dort ein 5,50 Meter hohes Kreuz, aufgestellt.
Das Kreuz ist ein Geschenk von Jozef Galanek aus Kamianka. Der Unternehmer hat vor einigen Jahren den in Vergessenheit geratenen Soldatenfriedhof zufällig entdeckt. Vor fünf Jahren, bei einem Besuch seines Freundes Arno Fillies aus Meppen, der Mitglied im Partnerschaftskomitee ist, hat er ihm den mit Kiefern dicht bewachsenen Friedhof gezeigt. „Das war ein bedeutender Spaziergang“, berichtete Galanek in einem Interview für das Fernsehen TV-Ostroleka. Federführend bei der Vorbereitung des Pflegeeinsatzes war der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Jansen, der in Polen alle Verhandlungen geführt hatte.
Der Stadtpräsident von Ostroleka Janusz Kotowski war sofort von seiner Idee begeistert und hielt sie für wichtig in der heutigen Zeit. Darauf wies er auch in seiner Rede bei der Einweihung der Gedenkstätte hin. „Das ist ein Standort, der lange gewartet hat und jetzt in neuem Licht erstrahlt“, sagte er. Das Kreuz wurde vom katholischen Pfarrer Witold Kaminski eingesegnet. Danach hielt der elfjährige Sohn des Präsidenten und Pfadfinder Krzys Kotowski einen etwas anderen historischen Vortrag. Er erinnerte mit eigenen Worten daran, dass die Kampfhandlungen, die in Juli/August 1915 an Narew und Bobr stattfanden, nicht als eine einzelne Schlacht, sondern als Verkettung verschiedener Kämpfe zu begreifen sind. Der kleine Junge warnte vor Krieg und Zerstörung. Bewegend waren auch die Liedertexte der Gesanggruppe vom Kulturzentrum der Stadt Ostroleka.
Die gemeinsame errichtete Gedenkstätte ist in der Partnerstadt auf großes Interesse der Medien gestoßen. An der Feier nahmen polnische Soldaten, die Feuerwehr und die Polizei teil. Die Pflege des Soldatenfriedhofs wollen die Pfadfinder aus Ostroleka übernehmen. „So verstehen wir den Patriotismus“, erläuterten die jungen Menschen auf unsere Anfrage nach ihren Beweggründen. Bürgermeister Bohling hat zusammen mit der Delegation aus Meppen und dem Präsidenten der Stadt Ostroleka Kotowski zwei Eichen aus Meppen eingepflanzt: die Erste vor einer Gedenkstätte im Stadtzentrum und die zweite neben dem Kreuz auf dem Grabfeld. „Wir hoffen, dass mit der Erstellung dieser Gedenkstelle ein kleines Beispiel für ein zukünftiges Miteinander geschaffen worden ist“, resümierte Bode.
erstellt am 24.08.2010













