Windthorstplatz: Neuzeitliche Hasetorbrücke gefunden
Auf den Baustellen in der Meppener City wird mit Hochdruck gearbeitet. Aber nicht nur die Mitarbeiter der beauftragten Firmen, auch der Archäologe Joachim Stark, mit Helm und Schaufel ausgestattet, steht in der Baugrube. Die Stadt Meppen hat den Experten im Februar eingestellt, um ein geschlossenes Bild der Stadtgeschichte zu erhalten. Erste Funde am Windthorstplatz und am Domhof zeigen, dass sich die „Investition“ auszahlt.
Bei den Arbeiten der Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege auf dem Gelände der MEP wurden bereits im Oktober vergangenen Jahres interessante Funde gemacht. Auch bei früheren Baustellen in der Kreisstadt konnten immer wieder mittelalterliche oder frühzeitige Grabungsergebnisse festgestellt werden. Aus diesem Grund und angesichts der weiteren Großbaustellen in der City hat die Stadt Meppen Anfang Februar mit dem Archäologen Joachim Stark einen Fachmann befristet für ein Jahr eingestellt. Dieses Vorgehen wurde vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege angeregt und unterstützt.
Stark, 1960 in Hamburg geboren und in Lüneburg wohnhaft, hat sein Studium zur Vor- und Frühgeschichte mit dem Magister Artium mit einer Arbeit zur Forschungsgeschichte der frühmittelalterlichen Stadtentwicklung von Haithabu, Schleswig und dem Danewerk abgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren ist er vor allem als wissenschaftlicher Grabungsleiter beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum tätig gewesen. Dort hat er diverse Grabungen von Gräberfeldern und Siedlungen von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit begleitet. In Niedersachsen war Stark zuletzt bei Ausgrabungen auf dem Friedhof der Stadtkirche in Jever und in Lüneburg tätig.
In Meppen begleitet der Archäologe unter anderem die Arbeiten in der Fußgängerzone. „Hier geht es im Wesentlichen um den bis zu drei Meter tiefen Abwasserkanal, der durch die neuzeitlichen und mittelalterlichen Siedlungsschichten schneidet“, so der Experte. „Besondere Aufmerksamkeit verlangen am Windthorstplatz und in der Hasestraße die Gräben und Torbereiche der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadtbefestigung Meppens“, sagt Stark.
Am Windthorstplatz seien in den vergangenen Tagen bis zu vier Meter lange Pfähle der Konstruktion der neuzeitlichen Hasetorbrücke gezogen worden. Zudem sei dort bisher ein Graben mit einer massiven Holzkonstruktion zur Abstützung der Böschung dokumentiert worden. „Das mittelalterliche Hasetor werden wir in den nächsten Wochen einige Meter weiter südlich finden“, prognostiziert Stark.
Neben der Baustelle in der guten Stube der Stadt begleitet Stark weitere kleinere Bauprojekte. Hierzu zählt unter anderem auch die Baumaßnahme am Gemeindehaus der Propsteigemeinde. „Am Domhof wurden in der vergangenen Woche neuzeitliche und mittelalterliche Bestattungen festgehalten“, sagt Stark, der zum Abschluss seiner Tätigkeit die bisherigen Grabungsprojekte zur Stadtgeschichte und vor allem zur Bastionärsbefestigung Meppens aufarbeiten wird. Ziel sei die Präsentation der Ergebnisse in Form einer Ausstellung gemeinsam mit dem Ausstellungszentrum für die Archäologie des Landkreises Emslandes.
erstellt am 28.03.2012













