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3. Stadtgespräch - Wallanlage im Blick

Knapp 40 Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt haben sich beim 3. Stadtgespräch im Ratssaal getroffen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am vergangenen Freitag stand die Frage, was an der Wallanlage noch barock ist.

Bereits zum dritten Mal hat die Stadt Meppen zum Stadtgespräch geladen. Dieses Mal stand der Stadtwall im Fokus. Baudirektor Dieter Müller berichtete eingangs über die erfolgreichen Bemühungen um Fördermittel, mit denen die Stadt nun einer Planung und abschnittsweisen Sanierung des bedeutenden Baudenkmals nähertreten konnte.

Die Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl aus dem gleichnamigen Büro berichteten beim Stadtgespräch über ihre Recherchen im Rahmen der von ihnen erstellten fachgutachterlichen Grundlagenerhebung zum Stadtwall



Ausführlich berichteten die Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl aus dem gleichnamigen Büro über ihre Recherchen im Rahmen der von ihnen erstellten fachgutachterlichen Grundlagenerhebung. Die Experten vom Architekturbüro stellten detailliert die verschiedenen Entwicklungsphasen von der Mitte des 17. Jahrhunderts über die Zeit der Entfestigung bis heute vor. Größere, seit Ausbau der Festung zwischen 1650 und 1761 geländemäßig weitgehend unveränderte Partien fanden sie im Südosten im Bereich des Krankenhauses vor. In ihrem Fazit stellten sie die heutige Bedeutung der Wallanlagen sowohl in städtebaulicher als auch in regional- und festungsgeschichtlicher Hinsicht heraus.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich die knapp 40 Besucher in erster Linie beeindruckt über die umfangreiche Aufarbeitung sowie die vorgetragenen Ergebnisse und Einschätzungen. Der Vorsitzende des Meppener Heimatvereins, Christoph Behnes, betonte, er sei froh, dass die Verantwortlichen endlich um den „Schatz in ihrer Stadt“ wüssten und man seitens des Heimatvereins nun da sei, wo man seit 20 Jahren hin wolle.

Auch kritische Positionen wurden geäußert, beispielsweise in Hinblick auf wiederholte Eingriffe in den Bereich der westlichen Wallohren, die einen Teil der früheren Rampe (Glacis) der Festungsanlage ausmachen, oder auch zu der provisorisch angelegten Krankenhausanlieferung über die Berme des Stadtgrabens während laufender Baumaßnahme. Städtischerseits wurde diesbezüglich um Verständnis geworben, denn anders als beispielsweise bei der niederländischen Festung Bourtange umgebe die Meppener Wallanlage eine „lebendige Stadt“, in der ein Krankenhaus und eine Innenstadt auch während laufender Großbaumaßnahmen funktionieren müssen.

Auf Wiederherstellungsmaßnahmen angesprochen, machte Architekt Glaßl deutlich, es gelte aus denkmalpflegerischer Sicht zunächst das Vorhandene zu erhalten und erst dann gegebenenfalls Rekonstrukionsbemühungen zu unternehmen. Baudirektor Müller skizzierte die weiteren Maßnahmen zur Wallsanierung einschließlich geplanter Pflastermarkierungen auf dem Windthorstplatz (neuzeitliche Zugbrücke) und in der Hasestraße (mittelalterliches Tor) und kündigte an darüber und zu den anderen angesprochenen Themen im Gespräch mit der Öffentlichkeit zu bleiben.

Erste Anregungen gab es bereits aus dem Zuschauerkreis. Sie reichten von der Begrünung der Rückseite des Kauflandgebäudes, über die Kennzeichnung einer Torsituation am Nagelshof durch Säulen, bis zu einem Ideenwettbewerb für Bürgerinnen und Bürger. Juliane Große-Neugebauer lud als Vorsitzende des Ausschusses für Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Kultur die Bevölkerung ein, stärker von der Gelegenheit Gebrauch zu machen, sich in Ausschusssitzungen zu informieren.

Die Ergebnisse des Büros Müller-Glaßl & Partner sind in Form einer Broschüre erschienen und gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro bei der Tourist Information Meppen erhältlich.
 
erstellt am 17.07.2012

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