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Ansprechpartner

Paul Hummeldorf
Stadt Meppen
Markt 43
49716 Meppen
Telefon: 05931/153-225
Fax: 05931/153-5-225
E-Mail: p.hummeldorf@meppen.de


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Porträt Stadt Ostroleka

Ostroleka - Die älteste Geschichte

Wappen der polnischen Partnerstadt Ostroleka
Ein Kilometer vom Zentrum der heutigen Stadt entfernt, nicht weit von der Mündung des Flusses Omulew in die Narew liegt die sog. Alte Stadt, in der die Anfänge von Ostroleka zu suchen sind. Wahrscheinlich schon im 11. oder 12. Jh. gab es hier eine befestigte Burg, von der aus der Flußübergang überwacht wurde. Später sollte da eine Jagdresidenz der Fürsten von Mazowsze, denen der Zielona-Urwald gehörte, bestanden haben.

Das Kloster der Partnerstadt Ostroleka
Die erste historische Erwähnung von Ostroleka erscheint in einer Urkunde aus dem Jahre 1373 und ist eng mit dem Herrscher von Mazowsze, Siemowit III. dem Älteren, verbunden. Die Anlegung der Stadt nach dem Kulmer mußte jedoch früher stattgefunden haben.

1526 wurde die Stadt mit dem Rest des Mazowsze-Fürstentums an die polnische Krone angeschlossen. Dann erlebte Ostroleka seine Blütezeit, die in die Geschichte der Stadt unter dem Namen des "Goldenen Jahrhunderts" einging. Über die Narew wurden verschiedene Güter geflößt. In dem Hafen von Ostroleka legten große binnenländische Schiffe an. In der Stadt befand sich der königliche Speicher, in ihrer Umgebung gab es einige königliche Mühlen. Die Königin Bona, der die Stadt viel zu verdanken hatte, erhielt Ostroleka mit einem Teil des Zielona-Urwalds auf lebenslang. Die herrliche Blütezeit dauerte nicht einmal 40 Jahre. Der große Brand von 1564 bereitete ihr ein rasches Ende.


Die Stadt der historischen Schlachten

Pfarrkirche in Ostroleka
Die günstige geographische Lage an der Narew, die für die Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung war, wurde in strategischer Hinsicht zu ihrem Verhängnis. Im 17. und am Anfang des 18. Jh. zogen durch Ostroleka polnische, schwedische, russische und sächsische Heere - es war die Zeit der "schwedischen Flut", des nordischen Krieges und des Sukzessionskrieges um den polnischen Thron. Die Zeit der großen Verwüstung und des Verfalls von Ostroleka.

1793 war in der Stadt der Stab der 1. von Gen. Madalinski, damals einem Brigadier, geführten Brigade der Wielkopolska-Nationalkavallerie stationiert. General Madalinski, der mit den Bestimmungen des Teilungsvertrags, die einen Abbau des polnischen Heeres vorsahen, nicht einverstanden war, zog mit seinen Schwadronen in Richtung Krakow. Damit wurde ein Zeichen zum Ausbruch der Kosciuszko-lnsurektion gegeben. Nach der III. Teilung Polens befand sich Ostroleka 11 Jahre lang unter preußischer Herrschaft. Der Umbau der Stadt zu einer Festung ist damals nicht realisiert worden.

Seiner Lage wegen wurde 0stroleka in der Zeit der napoleonischen Kriege zu einem wichtigen strategischen Punkt.

Pfarrhaus in Ostroleka
1807 kam es hier zu einer verbissenen Schlacht zwischen den französischen und russischen Heerestruppen. In dem Kampf errangen die Franzosen den Sieg und der Name Ostroleka wurde in den Triumphbogen von Paris eingraviert. Nach dem Friedensschluß von Tylza wurde Ostroleka dem Warschauer Großfürstentum einverleibt.

In die Geschichte Polens ging Ostroleka als Schauplatz der größten Schlacht des Novemberaufstandes ein. Sie fand am 26. Mai 1831 statt. In der Schlacht wurde der General Jozef Bem, damals einem Oberstleutnant, berühmt. Er rettete die polnischen Truppen vor der endgültigen Niederlage, indem er einen bravourösen Angriff auf das russische Heer durchführte.

Zur Wende des 19. und 20. Jh. kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung Ostrolekas, der mit der Zunahme des Schiffsverkehrs auf der Narew (durch Inanspruchnahme des Augustowskikanals) verbunden war. Auch strategische Gründe trugen dazu bei - Ostroleka befand sich auf der entlang der preußischen Grenze verlaufenden Linie der Befestigungsanlagen. Hier wurde eine große Garnison des russischen Heeres platziert. Fast sofort nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde die Stadt von den Kriegswirren umfangen. 1915 gehörte 0stroleka zu den meistzerstörten polnischen Städten. Es wurde auch von dem polnisch - russischen Krieg von 1920 nicht verschont. Am 5. und 6. August fand ein verbissener Kampf um 0stroleka statt - mehrere Tage lang beherrschten die Rote Armee und das Revolutionskomitee die Stadt. Einen Lagenwechsel brachte erst die siegreiche Schlacht bei Warschau. Auch gegen Ende des II. Weltkrieges befand sich 0stroleka auf der Frontlinie. Die Stadt wurde fast total zerstört.


Ostroleka heute

Ostroleka liegt etwa 200 km von den Hauptgrenzübergängen nach Litauen und Weißrußland entfernt. Das Stadtrecht besitzt der Ort schon seit über 625 Jahren. Seine Geschichte und Traditionen sind eng mit der reichen Kultur Kurpiens verbunden. Seit 1975 war Ostroleka Woiwodschaftsstadt und nach Durchführung der Verwaltungsreform 1999 nimmt die Stadt die Aufgaben eines Landkreises war. Zugleich ist sie Sitz der Organe des ländlichen Landkreises Ostroleka. Dadurch hat sie sich zu einem regionalen Verwaltungs-, Bildungs- und Kulturzentrum entwickelt.Ostroleka liegt im nordöstlichen Teil Polens. Die Stadt grenzt vom Norden her an das Gebiet der Warschauer Agglomeration, für welche sie ein natürliches Hinterland darstellt. Der nördliche Bereich von Ostroleka stößt an die masurische Seenplatte.

Ostroleka liegt in etwa gleicher Entfernung von den wichtigsten Städten der benachbarten Regionen entfernt. Bis Warschau, Allenstein und Bialystok sind es etwa 120 Kilometer.

Die größte Stadt - Ostroleka - zählt fast 60.000 Einwohner. Die Region besitzt ein Verkehrsnetz mit einer vorteilhaften Struktur. Durch sie laufen die wichtigsten Verbindungen von den Ostgrenzen Polens nach Westen.

Die wichtigste ist die Trasse Nr. 61 von Warschau über Suwalki in die Staaten des Baltikums, die Trasse Nr. 18 von Warschau nach Bialystok und Weißrussland und die Straße Nr. 53 von Warschau nach Masuren, die "Masurenroute".

Die Hauptortschaften sind mit dem Eisenbahnnetz des Landes verbunden. Der Großteil der Städte verfügt über automatische Telefonzentralen, die eine Verbindung ins In- und Ausland ermöglichen. 61% des Gebietes nehmen landwirtschaftliche Flächen ein. 35% stellen Wälder dar. Die ebene Geländeform kommt der Landwirtschaft zugute.

Es ist zu betonen, dass Ostroleka eine Region mit einer hervorragend erhaltenen natürlichen Umwelt ist. Das Streben nach Umweltschutz und Entwicklung im Einklang mit den Grundsätzen der Ökologie wird im Handeln der Einwohner und der Verwaltung deutlich. Die Region gehört zum funktionalen Gebiet der "Grüne Lunge Polens".

Der Altstadtkomplex befindet sich im Zentrum von Ostroleka. Unter vielen modernen, um den Altstadtkern gelegenen Wohnvierteln ist das Viertel "Centrum" das schönste und gleichzeitig das jüngste. Der historisch bedingte, zerstreute Baumkomplex von Ostroleka wird heute entschiedenen Prozessen der Raumintegration ausgesetzt. Die Industrieanlagen der Stadt konzentrieren sich vor allem in ihrem nordöstlichen Teil. In der Industrie arbeiten ca. 63% der berufstätigen Einwohner.


Wir besichtigen die Stadt

Brücke in Ostroleka
Die neue, über die Narew geschlagene Brücke wird im Gedächtnis der Besucher fest mit Ostroleka verknüpft bleiben. Die den Eindruck von Leichtigkeit erweckende Konstruktion ist von Marek Lagoda von dem Warschauer Institut für Straßen- und Brückenforschung entworfen worden. Die Stahlkonstruktion der Brücke wurde mit Hilfe der modernsten Technologie, die in Polen bisher noch nicht benutzt worden war, montiert. Die heutige Brücke wurde an einer Stelle errichtet, an der es schon früher eine Brücke gegeben haben musste. Auf diese Vermutung weisen die 100 während der Arbeiten an der Vertiefung des Flussbettes herausgeholten Holzpfähle hin. Die Brücke hat die am rechten Ufer der Narew gelegenen Erholungsgebiete mit dem linksseitigen Teil der Stadt verbunden.

Unter den historischen Bauten von Ostroleka ist die Anlage des ehemaligen Bernhardiner besonders sehenswert. Sie stammt aus den Jahren 1666-1696 und wurde von Tomasz Goclowski gestiftet.

Altar (Ostroleka)
Die mit dem Kloster verbundene Kirche wurde in Form des Kreuzes erbaut und besitzt nur ein Schiff. In ihrem Inneren verbirgt sie einen barocken Hauptaltar mit Elementen des Klassizismus, eine Barockkanzel und eine vom Anfang des 18. Jh. stammende Orgel. Die Wandmalereien haben während des letzten Brandes von 1989 Schäden erlitten. Vor der Kirche befindet sich der "Kalwaria" genannte Hof, der an drei Seiten von einem Kreuzgang umrahmt wird.

Das älteste Beispiel der früheren Baukunst ist in Ostroleka die Pfarrkirche von 1399, deren Presbyterium gotische Einzelteile erhält. Die Kirche wurde auf einer kleinen Anhöhe über der Narew errichtet. In ihre Außenfassade wurden Stein- und Metallkugeln aus der Zeit der schwedischen Kriege eingemauert. Im 17. Jh. wurde die mehrmals zerstörte Kirche ausgebaut und um barocke Altäre und Skulpturen bereichert.

An dem Jozef-Bem-Platz sind zwei Bauten aus den zwanziger Jahren des 19. Jh. erhalten geblieben: das ehemalige Postgebäude, heute Sitz von einem Museum, und das Rathaus. Vor dem Krieg war die südliche Straßenfront des ehemaligen Marktplatzes vollständig bebaut. Die jüdischen Häuser (vor dem Krieg lebten in Ostroleka ca. 5000 Juden) trugen die Deutschen in der Besetzungszeit während des II. Weltkrieges ab. Auch die Synagoge wurde zerstört.

An die Juden, die in Ostroleka lebten und während des II. Weltkrieges ermordet wurden, erinnert ein anstelle von dem ehemaligen jüdischen Friedhof errichtetes Denkmal, in welches Bruchstücke gefundener Metzen eingemauert wurden. Nach dem Aufenthalt der zaristischen Garnison sind in Ostroleka die 1886-1900 erbauten Kasernen zurückgeblieben. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war hier das 5. Regiment der Zaslawscy-Ulanen stationiert. Den Ulanen wurde ein ganzes Schiff in der Adalbertkirche gewidmet. Diese ursprünglich orthodoxe Kirche stammt vom Ende des 19. Jh. In Ostroleka gibt es viele Denkmäler und nationale Gedenkstätten, die u.a. dank Bemühungen des Vereins der Ostroleka-Freunde entstanden sind. Der Verein setzt die Ideen seiner Vorgänger fort, indem er die Vergangenheit belegt und für das materielle Kulturerbe der Stadt und der Region sorgt.

Viele Andenken verbinden sich mit der größten Schlacht des Novemberaufstandes. Noch in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, an dem 100. Jahrestag der Schlacht bei Ostroleka fing man mit dem Bau des Denkmals und Mausoleums auf den sogenannten Forts an. Dieser monumentale Bau gilt als Erinnerung an die Helden der Schlacht von Ostroleka. In der Nähe des Mausoleums steht ein Denkmal zu Ehren des von Oberstleutnant J. Bem geführten Reiterangriffs. Ein Denkmal zu Ehren des Generals steht an dem nach ihm benannten Platz.


Was man unbedingt besuchen sollte ...

Die Kunstgalerie "Ostroleka"

Galerie (Ostroleka)
Ihren Platz im kulturellen Leben der Stadt hat sie vor 10 Jahren eingenommen. Hier finden Kunstereignisse statt, die von den Stadtbürgern mit Begeisterung entgegengenommen werden. Die Einwohner der Stadt besuchen die Galerie nicht nur während der Vernissagen, auch sonst schauen hier gerne vorbei. Ausstellungswesen und Kunstpromotion sind nur eine unter den vielen Tätigkeitsformen der Galerie. Charakteristisch für sie sind Abwechslungsreichtum, Vielfalt der präsentierten Ausstellungen und ein breites Spektrum der künstlerischen Aktivitäten, die einen Blick in alle Bereiche der modernen Kunst gewähren. Hier haben ihre Arbeiten so berühmte Künstler wie u.a.: Jerzy Duda-Gracz, Franciszek Starowieyski, Wladyslaw Hasior, Andrzej Strumillo, Stanislaw KuIon, Antoni Falat ausgestellt. Es werden auch Ausstellungen der schwedischen, holländischen und weißrussischen Künstler angeboten.

Die Vernissagen begleiten Konzerte ausgezeichneter Ensembles und Solisten. Einmal im Monat sind hier die Warschauer Philharmoniker zu Gast. In dem Galeriecafé, das den Gästen seine eigene Kunstexposition zur Verfügung stellt, können Sie bei einer Tasse Kaffee über die besichtigten Ausstellungen ruhig nachdenken oder mit den Freunden plaudern. Die Galerie führt auch ein Kinder- und Jugendatelier, in dessen Unterrichtsplan Zeichnen, Graphik, Malerei und Bildhauerei stehen. In dem Galeriestudio wird für das Kabelfernsehen eine Kultursendung vorbereitet. Regelmäßige Berichte über die Ostrolekaer Galerie gibt es auch im lokalen Programm des Warschauer Fernsehzentrums.


Das Museum

Das Kreismuseum befindet sich in dem klassizistischen Gebäude der ehemaligen Post, das um 1828 errichtet wurde. Den Besuchern stehen interessante Dauerausstellungen zur Verfügung. Die archäologische Ausstellung bietet u.a. Sehenswürdigkeiten, die aus einer in den siebziger Jahren erforschten Vorzeitburg stammen. Interessant ist die historische Ausstellung, die ausschließlich der Schlacht bei Ostroleka gewidmet worden ist. Den Verlauf der Schlacht kann man anhand des Schlachtfeldmodells verfolgen. Die Ausstellung ergänzen Andenken an den Novemberaufstand: Uniformen und Waffen. Einer der Museumsräume, dessen Ausstattung der eines bürgerlichen Besuchszimmers aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. gleicht, wurde dem aus Ostroleka stammenden Dichter und Schriftsteller Wiktor GomuIicki gewidmet. Bildhauerkunst und Malerei, vor allem aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, werden in der Dauerausstellung "Kunst der zwei Perioden" präsentiert. Die ethnographische Ausstellung bietet eine Sammlung der Volkstrachten von Kurpie, die man nach dem Alter, der Jahreszeit und Beschäftigungsart auseinanderhalten kann. Kurpie ist eine sehr interessante Region, deshalb sollte man auch die Abteilungen des Kreismuseums, den Bauernhof von Kurpie in Kadzidlo und die Stube von Kurpie in Obryte in dem Biala-Urwald, besuchen.


Der Zielona-Urwald und Narew
EINE NATURLANDSCHAFT VON BESONDERER SCHÖNHEIT

Ostroleka liegt in einer ethnographisch und landschaftlich sehr interessanten Region Polens. Es ist ein geeigneter Aufmarschpunkt für Wanderausflüge. Die Stadt bietet Übernachtungs- und Erholungsmöglichkeiten. Das Sport- und Erholungszentrum der Stadt stellt den Gästen ein Hotel mit Sportplätzen und Leichtathletikeinrichtungen zur Verfügung. In Ostroleka-Wojciechowice befindet sich das Sportlerheim. An der Narew ist ein Stadtstrand mit Freibad angelegt worden. Da gibt es auch eine Bootstation und das PTTK-Hotel "Relax". Sie können ihre Freizeit auch auf den Tennisplätzen oder in der Schwimmhalle mit Sauna verbringen.

Naturnahe Ostroleka
Unbestritten vorteilhaft ist für Ostroleka seine Lage an der Narew. Die Narew bleibt einer der wenigen europäischen Flüsse, die auf ihrer gesamten Länge den ursprünglichen Charakter beibehalten haben. Von dem oberen Lauf bis zur Mündung ist die Narew für Wassersport - Padelbootfahrten oder Segeln geeignet.

Durch interessante Gebiete strömt der Fluß Omulew, der der Umgebung von Nidzica auf den Mazury (Masuren) entströmt und in Ostroleka in die Narew mündet. An manchen Stellen erinnert der Omulew an die Biebrza. Die Wasserfahrt auf der Narew ist nicht leicht, aber die Mühe lohnt sich. Unterwegs, auf dem Gebiet des Zielona-Urwalds, kann man die Holzbauten von Kurpie bewundern. In der Umgebung der Stadt verläuft eine Wasserwanderroute, die von den Masuren über Pisa, Narew und den Zeranski-Kanal nach Warschau führt.

Ostroleka liegt fast am Eingang zum Zielona-Urwald, der auch Myszyniecka genannt wird. Die Urwälder Myszyniecka und Biala werden unter dem Namen Kurpiowska-Urwald zusammengefaßt. Der Baumbestand wird hier von Mischwäldern, in denen Kiefern und Fichten überwiegen, bestimmt. Unter den Laubbäumen sind Birken, Eichen, Espen und Weißbuchen am meisten vertreten. Die Tierwelt des Kurpiowska-Urwalds ist ganz besonders vielfältig: außer Füchsen, Hasen, Rehen und Wildschweinen trifft man hier auch Biber und Elche so wie verschiedenste Vogelarten.

Waldteile, in denen die Urnaturlandschaft erhalten geblieben ist, wurden in ein Naturschutzgebiet einbezogen. Die kostbarsten Naturschutzgebiete sind "Czarnia" und "Surowe". Auf diesem Gebiet schuf das Kurpienvolk ihre interessante, spezifische Kultur Die Kurpien, die sich nie einer fremden Macht unterworfen haben, beschäftigten sich mit Waldbienenzucht, Teerbrennen und Fischfang. Am letzten Augustsonntag feiert man in Myszyniec-Zawodzie das Kurpienfest der Honigernte, dem man unbedingt beiwohnen sollte. Die Kurpien waren auch ausgezeichnete Zimmerleute. Ihre Holzhütten verzierten sie an den Giebeln mit Aufsätzen in Form von Hörnern und Tierköpfen, die heute noch in vielen Dörfern u.a. in Lyse zu bewundern sind. Lyse sollte man besonders am Palmensonntag besuchen. An dem Tag kann man sich von herrlichen Palmen und Festtrachten der Kurpien begeistern lassen. Die Kurpienpalmen sind auch in dem Kreismuseum von Ostroleka zu sehen. Das Dorf Kadzidlo lädt Sie zu einer traditionellen Kurpienhochzeit ein, die jeweils am 3. Sonntag des Monats stattfindet. Hier kann man den Bauernhof von Kurpie mit traditioneller Stubenausstattung und eine Bernsteinschmucksammlung besichtigen. Der Bernstein wurde auf den umgebenden Wiesen herausgegraben. Die Bernsteinbearbeitung war auch in Ostroleka, seit Jahrhunderten eine der Kurpienbeschäftigungen. Die größte Sammlung des Bernsteinschmuckes befindet sich in einem Museum in Lomza. Die Kunst der Kurpien von dem Zielona-Urwald vertreten auch Lilien, Sterne, Hähnchen und Lebensbäumchen- Scherenschnittwunder, die in Europa und im Fernen Osten bekannt sind.

Die ungewöhnliche Kurpienkultur und die hinreißende Schönheit des Zielona-Urwalds lernt man am besten kennen, indem man die den Kurpierring nannte. Die Route: Ostroleka - Kadzidlo - Myszyniec - Czarnia - Myszyniec - Nowogrod - Lomza - Ostroleka einschlägt.


STADT UND WIRTSCHAFT

Ostroleka gehört zu den fünf größeren Städten im Nordosten Polens und bildet das Zentrum für eine Region, die eine Fläche von 6500 km² umfasst und von über 420000 Menschen bewohnt wird. Die Stadt liegt im Bereich der sog. Grünen Lunge Polens an internationalen Fernstraßen, die West- und Südeuropa mit den Staaten der ehemaligen Sowjetunion verbinden. Ostroleka verfügt über ein großes Potential an landwirtschaftliche Produkte verarbeitender Industrie, über eine gut ausgebaute technische Infrastruktur und über eine leistungsbereite junge Bevölkerung. Somit bietet die Stadt als Wirtschaftsstandort sehr gute Bedingungen.

Die Wirtschaft in Ostroleka zeichnet sich durch eine dynamische Entwicklung aus, für die über 4000 Wirtschaftsbetriebe sorgen. Hier haben bereits viele Unternehmen, darunter sehr bekannte, Investitionen getätigt, so unter anderem:


  • die INTERCELL AG, die eine der größten Papier- und Zellstoffabriken Polens betreibt. Auf der Liste der 500 größten Unternehmen nimmt sie den 84. Platz ein. An der Joint-Venture-Gesellschaft sind die "Intercellulosa AB" in Stockholm, die "Ostroleckie Zaklady Celulozowo-Papiernicze" und die "Centrala Handlu Zagranicznego Paged" in Warschau beteiligt.

  • SIAS POLSKA. Der Betrieb gehört zum französischen Unternehmen SIAS MPA und befasst sich mit der Herstellung von Lebensmitteln. Es werden Früchte und Gemüse verarbeitet und bekannten Lebensmittelproduzenten wie Danone, Bona, Nestle, Gdansk Mackowy, Fromako, Fobos, Toska und Biomlek zugeliefert. SIAS wählte den Standort Ostroleka, weil in der Region gute Rohstoffe bezogen werden können, und wegen der Nähe zu den östlichen Nachbarländern.

  • die STARGLASS Ltd. entstand 1993 als Joint-Venture-Gesellschaft mit polnischer und finnischer Beteiligung. Das Unternehmen stellt Thermoscheiben her und gehört zu den 30 größten Betrieben dieser Branche in Polen.

Zur Förderung der Wirtschaftsaktivitäten in der Stadt entstanden mehrere Institutionen, so im Jahre 1992 die "Agentur für Regionalentwicklung", deren Hauptaktionäre die Stadt Ostroleka und die "Agentur für Industrieentwicklung AG" in Warschau sind. Zu den Hauptaufgaben dieser Agentur gehören Werbemaßnahmen sowie die Koordinierung einer umfassenden Entwicklung von Stadt und Region. Hierzu kann die Agentur sich direkt als Gesellschafter an Wirtschaftsbetrieben beteiligen. Sie unterstützt auch die zuständigen Stellen bei der Planung von Maßnahmen, die eine Verbesserung der technischen Infrastruktur zur Folge haben. Darüber hinaus vermittelt die Agentur zwischen Investoren und Investitionsfonds und fördert die Schaffung günstiger Bedingungen für kleine und mittlere Betriebe.

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